Schüler sagen Tesch den Kampf an

DOBBERTIN – Die Schüler und Elternschaft der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Dobbertin gehen auf die Barrikaden: Die Sparpläne von Bildungsminister Henry Tesch wollen sie nicht hinnehmen. Der CDU-Mann beabsichtigt eine Änderung der Kostensatzverordnung, nach der zusätzliche sonderpädagogische Förderbedarfe an Schulen in freier Trägerschaft künftig auf sieben Merkmale begrenzt werden. Im Klartext: Waschen, beim Essen helfen, Laufübungen – laut Tesch sind das keine pädagogischen Arbeiten, sondern Pflegemaßnahmen. Geld vom Bildungsministerium für individuelle Einzelförderung schwerst mehrfachbehinderter Schüler soll es daher künftig nicht mehr geben. Doch auf diese Einzelförderung sind schwerst behinderte Kinder angewiesen. „Es geht immer gegen die Schwachen“, sagt Elternvertreterin Nicola Robbin.

Sie ist selbst Mutter einer schwerst mehrfachbehinderten Tochter, will für ihre Rechte auf eine individuelle Förderung kämpfen. „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung – unsere Kinder auch“, stellt Robbin klar. Dass vom Ministerium für Einzelförderungen kein Geld mehr zur Verfügung gestellt werden soll, macht sie wütend. „Wenn Tesch sagt, dass es dafür kein Geld mehr gibt, muss er einen Plan B haben und nicht wir“, fordert Robbin. Mittel müssten dann eben aus anderen Töpfen zur Verfügung gestellt werden. Es könne aber nicht sein, dass er die Suche nach Geldern für Pflegeleistungen auf die ohnehin schon doppelt belasteten Eltern behinderter Kinder abwälze, so Robbin. Dagegen wollen alle Schulen MVs, die mit behinderten Kindern arbeiten, am kommenden Mittwoch vor dem Kultusministerium und dem Schweriner Landtag protestieren. Ihre Forderung: „Gleiche Rechte für alle Kinder.“

Quelle: SVZ

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