Schleuse bekommt ein Winterhaus

BOBZIN – Mit einer Hubhöhe von sieben Metern gilt die Bobziner Schleuse als größte entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße. Und sie ist eine der letzten, an der Schleusenwärter den Hub zwischen Ober- und Unterlauf erledigten. Ab der kommenden Saison wird das anders sein. Denn im Zuge der gerade begonne Grundinstandsetzung der Anlage sieht das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA) den Umbau zur Selbstbedienungsschleuse vor.

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Bevor die Instandsetzung der Bobziner Schleuse beginnen kann, muss sie trocken gelegt werden. Matthias Kuck, Mitarbeiter des WSA und Bauüberwacher: "Dazu haben wir an Ober- und Unterlauf Spundwände in den Grund gerammt."Simone Herbst

Landläufig wird von Automatisierung gesprochen, was nicht ganz richtig ist, erklärt Hartwig Meyer, Sachbearbeiter beim WSA für diesen Bereich. „Das würde bedeuten, dass die Boote die Schleusung durch bloßes Einfahren in Gang setzen.“ Ganz so sei es aber nicht. „Egal ob zu Berg oder zu Tal geschleust wird, zweimal müssen die Bootsfahrer einen Hebel betätigen.“

Aus Sicht des WSA in Lauenburg habe sich die „Automatisierung“ der Schleusen, die entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße seit der Wende vorangetrieben wird, und die stromaufwärts weiteren sechs Schleusen bevorsteht, bewährt. „Es gibt in der Tat kaum Fehlverhalten bei den Schleusungen und auch kaum Havarien“, erklärt Hartwig Meyer. Wenn doch, läuft das in der Überwachungszentrale in Parchim auf, die dann wiederum die schnelle Eingreiftruppe losschickt.

Ostern soll die Wasserstraße wieder freigeben werden

Aber es ist noch lange nicht soweit an der Bobziner Schleuse. Gerade erst sind hier die Grundinstandsetzungsarbeiten angelaufen und die „Wunschliste“, die sich das Lauenburger Amt immerhin 2,5 Millionen Euro kosten lässt, ist lang.

Dabei ist der erste Schritt, die Trockenlegung der Schleuse inzwischen geschafft. Zu diesem Zwecke wurden im Ober – und im Unterwasser Spundwände metertief in den Flussgrund gerammt. In der jetzt trockenen Baustelle ist inzwischen das Klapptor am Oberlauf ausgebaut, die Stemmtore gegenüber werden bald folgen. Beide Vorrichtungen werden komplett erneuert, ebenso die integrierte Antriebstechnik. Wegen der Klapptor-Technik muss die Schleusenkammer über eine Vielzahl von tiefsitzenden Kanälen befüllt werden. Mittels Platten, die auf rollbaren Schlitten sitzen, können sie geöffnet und wieder geschlossen werden. Im Zuge der jetzigen Instandsetzung werden sowohl die Schlitten erneuert als auch die Kanäle überholt.

Ist da alles erledigt, sind das WSA, der Generalauftragnehmer bzw. alle beteiligten Firmen, die sämtlichst aus der Region kommen, fast schon an allen Bauwerksteilen dran gewesen. Trotzdem ist die Liste noch ein gutes Stück länger. Das Ziegelmauerwerk, welches Oberhaupt, Kammer und Unterhaupt die äußere Hülle gibt, wird erneuert, sagt Meyer. „Auch werden wir im Zuge dieser großen Maßnahmen die Sicherheitseinrichtungen auf den neuesten Standard bringen, ebenso die Signalanlagen, die Lampen, die Elektrotechnik. Und, vergisst Meyer auch nicht zu erwähnen, „im Oberwasser, also auf der Lübzer Seite, wird ein neuer Bootsanleger entstehen.“

Bis Ende Mai soll die Grundinstandsetzung komplett abgeschlossen sein. „Allerdings wollen wir die Schleuse für die Schifffahrt bereits zu Ostern 2011 freigeben“, kündigt Meyer an, schaut in den Kalender und sagt: „Zum 21. April also.“ Das ist ein straffer Zeitplan, der schnell mal kippen kann. Zuletzt war genau das bei der Sanierung der Schleuse in der Lewitz passiert. „Durch den harten Winter hatten wir am Ende mehrwöchigen Verzug, der nicht mehr zu korrigieren war“, erinnert Meyer.

Diesmal werden die Überwacher der Wasserstraße und ihrer Bauwerke besser gewappnet sein: „Vor Einbruch des Winters werden wir die Bobziner Schleuse einhausen, quasi ein riesiges Zelt darüber bauen, das wir dann auch beheizen. So mit werden die Arbeiten völlig unabhängig von der Witterung vorangetrieben werden“, sagt Hartwig Meyer. Und der ist sich sicher, dass der Termin gehalten wird.

Quelle: SVZ

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