Mehr als 7000 Autos pro Tag gezählt

GOLDBERG – In ihrem Verlauf führt die Bundesstraße 192 von Sternberg in Richtung Neubrandenburg mitten durch die Mildenitzstadt Goldberg. „Am Tage reiht sich Auto an Auto in der relativ engen Straße und etliche Kraftfahrer halten dabei die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h nicht ein, vor allen in den Abendstunden“, beobachten viele Goldberger.

Bürgermeister Peer Grützmacher und die Stadt kennen die Probleme seit langem. Außerdem gibt es ein Nadelöhr in Höhe des ehemaligen Kinos. „Dort ist die Fahrbahn so eng, dass hier die Fußgänger und auch die Radfahrer gefährdet sind“, meint das Stadtoberhaupt und verweist zusätzlich auf die Verschlechterung der historischen Bausubstanz durch die Erschütterungen der schweren Laster. Im vergangenen Jahr wurde deshalb an die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises ein Antrag gestellt, den Bereich der Langen Straße von der Gaststätte Köhlers Kurve bis etwa zum Bahnhof auf 30 km/ zu begrenzen. Im Zuge dieses Antrags wurde von der Kreisbehörde eine Verkehrszählung veranlasst, die konkreten Aufschluss über den Verkehrsfluss geben soll. Das Ergebnis ist für die Goldberger erstaunlich. Fahren doch innerhalb von sieben Tagen rund 47 300 Fahrzeuge durch die Lange Straße. Das sind fast 7000 Autos, darunter 500 Lkw und Sattelzüge an jedem Tag. Dazu muss gesagt werden, dass der größte Teil der Verkehrsbewegungen am Tage stattfindet. Nach 18 Uhr und am Wochenende lässt der Verkehr spürbar nach und einige Raser haben freie Fahrt.

Mit dieser Verkehrszählung wurde zugleich eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt. Das Ergebnis: 85 Prozent aller Fahrzeuge fahren im Schnitt 53 km/h. Die übrigen gemessenen 15 Prozent sind zu schnell unterwegs – immerhin rund 7100 Kraftfahrer. Und das nach den offiziellen Geschäftszeiten. So wurde ein Auto um 18 Uhr mit einem Tempo mitten in der Stadt von 105 km/h gemessen. Gegen 20 Uhr fuhr einer 104 km/h und gegen 19 Uhr wurde der schlimmste Raser festgestellt: 126 km/h, wo nur 50 erlaubt sind und das mitten in der Stadt! Glück hatten all diese Autofahrer, dass es diesmal nur eine Messung und keine Radarmesskontrolle mit Beweisfoto war. Sonst wären ein saftiges Bußgeld und ein mehrmonatiges Fahrverbot fällig.

Dabei sind sich die Stadtvertreter mit dem Bürgermeister einig, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung nur dann sinnvoll ist, wenn diese auch kontrolliert wird. „Nach Absprache in der Kreisverwaltung wurde festgestellt, dass Geschwindigkeitsüberwachungen in der Ortslage Goldberg mit der zur Verfügung stehenden Technik auf Grund der örtlichen Begebenheiten nicht möglich ist“, heißt es dagegen in einem Antwortschreiben der Kreisbehörde. Auf eine entsprechende Nachfrage unserer Zeitung in der Polizeiinspektion Parchim hieß es dagegen, dass man künftig den Bereich öfter kontrollieren werde, vor allem auch in der verkehrsärmeren Zeit ab 18 Uhr. Denn dann haben Raser meist freie Bahn…

In dem zuständigen Ausschuss der Stadtvertretung soll dieses Thema noch einmal zur Sprache kommen. Denkbar wäre ein Widerspruch zu dem Bescheid der Ablehnung durch die Kreisbehörde und die Diskussion über das Aufstellen einer ortsfesten Überwachungsanlage, im Volksmund als Starkasten bezeichnet. Über die Aufstellung derartiger stationären Geschwindigkeitsmessanlagen entscheiden die Kommunen bzw. die Landkreise, hieß es aus dem Innenministerium.

Quelle: SVZ

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