Kompromiss für Alleeausbau gefunden

STERNBERG – „Irgendeinen Kompromiss muss man finden“, meint Torsten Wendland aus Sternberger Burg. Kommende Woche beginnt mit dem Fällen von 49 Alleebäumen die Vorbereitung für den Ausbau der Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden. Doch dafür werden mehr als doppelt so viele Bäume neu gepflanzt. Wer weiß, ob es einen solchen Ausgleich gegeben hätte, wenn in nächster Zeit Bäume gefällt werden müssten, die zur Gefahr wurden, so Wendland. Jetzt komme beides: Eine vernünftige Straße und zum Teil neue Alleebäume.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.) und das Straßenbauamt Schwerin haben sich auf den geringstmöglichen Eingriff zur Sanierung der Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden geeinigt. Durch einen Kompromiss können 110 Bäume stehen bleiben. Mehr als 100 Bäume werden neu gepflanzt.

„Wir haben lange nach einer Variante gesucht, die den Erhalt von möglichst vielen Altbäumen ermöglicht. Trotzdem kann nicht verhindert werden, dass etwa 50 Bäume gefällt werden müssen von denen viele noch recht gesund sind. Das ist immer noch eine bittere Entscheidung. Doch durch die vorbildliche Herangehensweise an diese Problematik von Seiten des Straßenbauamtes und die frühzeitige Einbindung aller für die

Entscheidung verantwortlichen Behörden und Verbände konnte gemeinsam eine Variante gefunden werden. Dadurch ist der maximale Erhalt von Altbäumen auch in diesem Anschnitt nun möglich“, sagt Katharina Brückmann, Expertin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. Die nur etwa fünf Meter breite Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Der Naturschutzbund erkenne die Notwendigkeit, diese Straße auszubauen, was auch von den Bürgern vor Ort herbeigesehnt wird, heißt es in einer Erklärung des BUND. Die Allee säumen Eschen, Ahorn, Linden und Eichen, die unmittelbar am Straßenrand stehen. Nicht nur die Decke, sondern auch das Straßenbett genügt den Anforderungen nicht mehr. Selbst wenn die zu geringe Breite beibehalten werden würde, müsste ein neues Straßenbett bis in die Wurzelbereiche der Alleebäume gebaut werden.

Die alte Straße soll in Richtung des Radweges verbreitert werden. Dafür müssen die Bäume gefällt werden. Die neue Straße wird dann eine Breite von sechs Metern haben. Auf die Einhaltung der Normbreite für Landesstraßen von 6,50 Meter sei bewusst verzichtet worden, so Katharina Brückmann. Dadurch wird es möglich, durchgehend eine Baumreihe entlang des Radweges in dem geforderten Abstand zum Straßenrand zu pflanzen.

Der Einbau einer Schutzfolie entlang der gesamten neu zu bepflanzenden Strecke auf der Radwegseite soll verhindern, dass die Wurzeln diesen Weg beschädigen. Durch die Veränderung des Kurvenverlaufes gelingt es, einige wertvolle Altbäume auch auf der Seite des Fahrradweges zu erhalten, teilt der BUND mit. Damit die jungen Bäume nicht in die Freileitung hineinwachsen, soll diese verlegt werden.

Um die bestehende Vielfalt der Baumarten in der Allee auch weiterhin zu bewahren, sollen für die Ausgleichspflanzung Bergahorn, Eiche und Linde die bestimmenden Baumarten sein. Weitere Bäume werden an der noch nicht bepflanzten neuen Böschung zwischen Sternberg und Sternberger Burg, dem ersten Bauabschnitt an der Landesstraße, erfolgen. Es wurde zugesagt, dass auch zukünftig neu entstehende Lücken immer wieder neu bepflanzt werden, so dass der geschlossene Alleencharakter

erhalten bleibt, teilen die Naturschützer mit. „Der Ausbau der Straße ist ein ohne Frage gravierender Einschnitt in das Landschaftsbild zwischen Sternberger Burg und Groß Raden. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Aber wir denken, dass wir hier gemeinsam die bestmögliche Variante gefunden haben“, so Brückmann.

Quelle: SVZ

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