Jobcenter sollen fusionieren

Die Bundesagentur für Arbeit setzt gerade nach der Kreisgebietsreform auf eine faire Kooperation mit den Landkreisen. Das betrifft vor allem die gleichberechtigte Arbeit in den Jobcentern. Dirk Heyden will als Chef der Agentur für Arbeit Schwerin die aus seiner Sicht auch richtige Zusammenarbeit auf Augenhöhe fortsetzen. Konkret soll die Jobcenter für die bisherigen Kreise Ludwigslust und Parchim zum 1. Januar 2012 fusionieren.

Entsprechende Vorgespräche in den jeweiligen Trägerversammlungen hat es bereits gegeben. „Gerade angesichts der schwierigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und einer immer stärkeren Suche nach qualifizierten Fachkräften brauchen wir aus meiner Sicht viel mehr Netzwerkarbeit. Wir müssen jeden Partner mit einbeziehen, wir brauchen eine enge Verzahnung und keine Separierung“, erklärte Heyden in der Ludwigsluster Geschäftsstelle der Arbeitsagentur. Der seit einem halben Jahr amtierende Chef der Schweriner Agentur war zuvor nach seiner Meinung zu den Bemühungen von Landrat Rolf Christiansen gefragt worden. Christiansen hatte immer wieder erklärt, die Verantwortung für die Jobcenter ausschließlich in kommunale Hände legen zu wollen. Heyden indes hält die bisherige Kooperation für besser und wichtiger. Zudem sei der Rahmen für die Optionskommunen, den der Bund vorgegeben habe, vollständig ausgeschöpft.

Die gegenwärtige Lage auf dem Arbeitsmarkt sieht Heyden mit einem lachenden aber auch mit einem weinenden Auge. Noch nie in einem September seit der Wende habe die Arbeitslosigkeit niedriger gelegen, für den neuen Landkreis Ludwigslust-Parchim gab es gestern eine Quote von 8,5 Prozent.

Der Altkreis Ludwigslust hätte, wenn es ihn noch gäbe, eine Quote von unter acht Prozent erreicht. Im Bereich der Parchimer Arbeitsagentur liegt die Quote bei 10,4 Prozent.

Auf der anderen Seite wird es durch die geringer werdenden Arbeitslosenzahlen immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Heyden: „Das Geschäft der Förderung der beruflichen Weiterbildung wird damit auch immer schwieriger, weil wir die Maßnahmen immer persönlicher zuschneiden müssen, damit der Betroffene auch eine Arbeit findet. Zugleich werden auf dem sich positiv entwickelnden Arbeitsmarkt die so genannten Arbeitsgelegenheiten weiter reduziert werden. Das merken die Unternehmen, die Maßnahmen im zweiten Arbeitsmarkt anbieten schon jetzt. Und die Mittel, die der Bund zur Verfügung stellt, werden im kommenden Jahr noch einmal um 20 Prozent sinken.“ Das dürfte nicht ohne Folgen für die Beschäftigungsgesellschaften bleiben.

Quelle: SVZ

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