Auf dem Weg zur Fusion

WENDISCH WAREN – Nur 367 Einwohner hat das kleine Dorf Wendisch Waren hinter Goldberg. „Wir haben dennoch einiges zu bieten: Insgesamt eine Fläche von 1400 Hektar, davon sind 600 Hektar Acker, 40 Hektar Wasser und 190 Waldflächen“, zählt Gerhard Moeller, der Bürgermeister von Wendisch Waren, auf.

Aber die Gemeinde hat nicht nur Natur pur in petto: „Wir haben allein 19 Gewerbetreibende hier und einige Vereine, die unser Dorfleben organisieren“, so der gebürtige Wendisch Warener weiter. Doch neben den angesiedelten Betrieben, den weiten Feldern und Wäldern, hat die kleine Gemeinde vor allem eines: Ein Haushaltsdefizit in einer für das kleine Wendisch Waren nicht mehr haltbaren Höhe.

„Derzeit laufen die Fusionsgespräche mit Diestelow und Goldberg“, sagt Moeller. „Momentan tasten wir gegenseitig die bestehenden Möglichkeiten ab. Denn Diestelow ist ebenfalls in Zugzwang, deren Situation ist auch nicht so rosig.“ Die ersten Gespräche sind also abgeschlossen, im Herbst sollen weitere folgen. „Wir würden uns freuen, wenn die Fusions-Verträge in ein bis zwei Jahren stehen“, so der Bürgermeister. Doch die endgültige Fusion mit einer anderen Gemeinde soll erst mit den nächsten Kommunalwahlen stattfinden. „Wir wägen alles genau ab und prüfen unsere Möglichkeiten. Denn alle Schritte, die wir als Gemeinde gehen, möchten wir auch mit den Vereinen hier vor Ort besprechen – für die geht es ja auch um einiges.“

Gerhard Moeller ist gebürtiger Wendisch Warener und schon seit 20 Jahren bekleidet er das Amt des Bürgermeisters. Deshalb liegt dem gelernten KFZ- Schlosser die Zukunft seines Heimatdorfes auch besonders am Herzen: „Wir als Gemeinde haben uns an der Klage der Gemeinden Hohebollentin, Hugoldsdorf und Thandorf finanziell beteiligt. Wir hoffen schon irgendwie darauf, dass durch diese Klage, die Möglichkeit besteht, dass Gemeinden wie wir, die unter 500 Einwohner haben, weiterhin eigenständig existieren dürfen“, erläutert der Wendisch Warener. Hohebollentin, Hugoldsdorf und Thandorf klagen derzeit stellvertretend für alle Gemeinden unter 500 Einwohner. Und sie erhalten finanzielle Hilfe von vielen Seiten. „Für uns war klar: wir wollten die 100 Euro, um die die drei Gemeinden gebeten hatten, gern beisteuern“, sagt Moeller. Die Ursache für die Klage ist das ab 2011 in Kraft tretende Finanzausgleichsgesetz, das die Gelder, die in Land und Kommunen fließen, umstrukturiert. Kritikpunkt der Kläger sind die sogenannten Schlüsselzuweisungen – das Geld, welches eine Gemeinde pro Einwohner zur Verfügung gestellt bekommt. Und auf diese finanzielle Mittel sind alle angewiesen, besonders die Gemeinden unter 500 Einwohner. Insgesamt betroffen von dieser Neuregelung sind 308 Gemeinden in MV. Und nun sollen eben diese fünf Prozent weniger der Zuweisungen erhalten. Der Wendisch Warener Bürgermeister hofft auf einen positiven Ausgang der Klage der drei Gemeinden. „Aber wir sehen uns natürlich trotzdem nach eventuellen Fusionspartner um“, sagt er.

Quelle: SVZ

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