Auch Entscheidung über Windkraft

LÜBZ – Unter anderem Gerd Holger Golisz vom Amt Eldenburg Lübz vertritt den Landkreis Parchim im Regionalen Planungsverband Westmecklenburg, dessen Mitglieder am 3. November in Wismar über das Raumentwicklungsprogramm beschließen. Was zunächst sehr theoretisch anmutet, ist in Wirklichkeit mit direkten Folgen für alle Bewohner auch unserer Region verbunden. So geht es zum Beispiel darum, zentrale Orte sowie Vorranggebiete für Natur, Industrie, Tourismus und Wasserschutz festzulegen.

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Der Bundesverband der Windenergie hat erst kürzlich eine Verdoppelung der für Windräder ausgewiesenen Flächen in Mecklenburg- Vorpommern gefordert. Bislang sei nur ein Prozent der Landesfläche für das Aufstellen der Anlagen vorgesehen. In vielen Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Riesen-Rotoren.Archiv

Im Zusammenhang mit Letztgenannten spielt die Ausweisung von Eignungsräumen für Windenergie eine wichtige Rolle – ein stets für Unruhe sorgendes Thema. „Gerade auch diese Entscheidung erwarte ich mit Spannung“, sagt Golisz. Die von ihm ins Leben gerufene Projektgruppe mit Vertretern des Amtes und der betroffenen Gemeinden für den Raum Karbow-Vietlübbe – Kreien – Wahlstorf hat sich gegen den Bau von Anlagen ausgesprochen: „Durch Voruntersuchungen haben wir herausgearbeitet, dass erhebliche Beeinträchtigungen des dortigen Natur- und Lebensraumes zu befürchten wären. Windenergieanlagen sollte man nur dort ausweisen, wo sie niemanden stören.“ Eine Position wie die in Lübz erarbeitete gibt es allerdings in mehreren Orten. Nach der Tagung in Wismar steht aus jetziger Sicht fest, welche sich durchsetzen konnte.

Auch die Festlegung zentraler Orte wirkt sich an der Basis direkt aus, weil an sie zum Beispiel die Höhe finanzieller Zuweisungen durch das Land gebunden ist. „Das Problem ist, dass bei sinkender Einwohnerzahl auch die Finanzausstattung abnimmt“, so Golisz. Parchim ist gegenwärtig Mittelzentrum, Lübz, Goldberg und Plau am See werden als Grundzentren geführt. In der Versammlung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg sitzen Vertreter der Landkreise Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg sowie der Städte Schwerin und Wismar.

Am Montag in einer Woche, 8. November, treffen sich dann die Mitglieder des Kreisverbandes Parchim des Städte- und Gemeindetages ab 18 Uhr in der Aula der Lübzer Grundschule.

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Gerd Holger Golisz

Eingeladen sind die offiziellen Vertreter aller kreisangehörigen Gemeinden. „In erster Linie Bürgermeister, gern aber auch Stadt- und Gemeindevertreter“, sagt Golisz, der als Kreisverbandsvorsitzender auf eine für die Region interessante Tagesordnung verweist: „Zum Stand der Verwaltungsreform in Mecklenburg-Vorpommern wird Dr. Stefan Heidig von der Kommunalabteilung im Innenministerium referieren. Uns interessiert besonders, wie weit das Landkreisneuordnungsgesetz sowie die Ämter- und Gemeindereform gediehen sind.“

Der anschließend vorgesehene Beitrag zur Fortführung des Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg durch Dr. Gabriele Hoffmann, Leiterin der entsprechenden Geschäftsstelle, seien angesichts der vorherigen, eingangs genannten Tagung am 3. November besonders aktuell.

Quelle: SVZ

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