Jobcenter sollen fusionieren

Die Bundesagentur für Arbeit setzt gerade nach der Kreisgebietsreform auf eine faire Kooperation mit den Landkreisen. Das betrifft vor allem die gleichberechtigte Arbeit in den Jobcentern. Dirk Heyden will als Chef der Agentur für Arbeit Schwerin die aus seiner Sicht auch richtige Zusammenarbeit auf Augenhöhe fortsetzen. Konkret soll die Jobcenter für die bisherigen Kreise Ludwigslust und Parchim zum 1. Januar 2012 fusionieren.

Entsprechende Vorgespräche in den jeweiligen Trägerversammlungen hat es bereits gegeben. „Gerade angesichts der schwierigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und einer immer stärkeren Suche nach qualifizierten Fachkräften brauchen wir aus meiner Sicht viel mehr Netzwerkarbeit. Wir müssen jeden Partner mit einbeziehen, wir brauchen eine enge Verzahnung und keine Separierung“, erklärte Heyden in der Ludwigsluster Geschäftsstelle der Arbeitsagentur. Der seit einem halben Jahr amtierende Chef der Schweriner Agentur war zuvor nach seiner Meinung zu den Bemühungen von Landrat Rolf Christiansen gefragt worden. Christiansen hatte immer wieder erklärt, die Verantwortung für die Jobcenter ausschließlich in kommunale Hände legen zu wollen. Heyden indes hält die bisherige Kooperation für besser und wichtiger. Zudem sei der Rahmen für die Optionskommunen, den der Bund vorgegeben habe, vollständig ausgeschöpft.

Die gegenwärtige Lage auf dem Arbeitsmarkt sieht Heyden mit einem lachenden aber auch mit einem weinenden Auge. Noch nie in einem September seit der Wende habe die Arbeitslosigkeit niedriger gelegen, für den neuen Landkreis Ludwigslust-Parchim gab es gestern eine Quote von 8,5 Prozent.

Der Altkreis Ludwigslust hätte, wenn es ihn noch gäbe, eine Quote von unter acht Prozent erreicht. Im Bereich der Parchimer Arbeitsagentur liegt die Quote bei 10,4 Prozent.

Auf der anderen Seite wird es durch die geringer werdenden Arbeitslosenzahlen immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Heyden: „Das Geschäft der Förderung der beruflichen Weiterbildung wird damit auch immer schwieriger, weil wir die Maßnahmen immer persönlicher zuschneiden müssen, damit der Betroffene auch eine Arbeit findet. Zugleich werden auf dem sich positiv entwickelnden Arbeitsmarkt die so genannten Arbeitsgelegenheiten weiter reduziert werden. Das merken die Unternehmen, die Maßnahmen im zweiten Arbeitsmarkt anbieten schon jetzt. Und die Mittel, die der Bund zur Verfügung stellt, werden im kommenden Jahr noch einmal um 20 Prozent sinken.“ Das dürfte nicht ohne Folgen für die Beschäftigungsgesellschaften bleiben.

Quelle: SVZ

Die Allee hat Lücken

Ob bei Kraft- oder Radfahrern: Die Lücken in der Allee entlang der Landstraße zwischen Lübz und Goldberg warfen Fragen auf. Waren etwa Diebe oder Grünfrevler am Werk ? Bei der Plauer Polizeistation allerdings lagen derartige Meldungen nicht vor.

Des Rätsels Lösung: An Chaussee und Radweg waren bislang 50 Bäume abgestorben und mussten deshalb ausgebaut werden. Insgesamt waren im Auftrag des Straßenbauamts mit einem Kostenaufwand von fast 180000 Euro insgesamt 604 Hochstämme gepflanzt worden: Etwa 500 Eichen, 40 Hainbuchen, 40 Birken und Wildobst. Der Ausfall beträgt also mehr als acht Prozent. „Die Ursachen sind vielfältig und noch nicht geklärt“, sagte Straßenbaudezernent Wilfried Schubert. An der Ausführung der Pflanzarbeiten könne es jedoch nicht gelegen haben, „denn die war fachlich korrekt“. Im Oktober soll erneut kontrolliert werden, ob es bei der bisherigen Schadenshöhe bleibt oder ob bis dahin nicht noch mehr Bäume abgestorben sind. „Dann können wir die genauere Stückzahl der nach zu pflanzenden Bäume festlegen.“

Neue Kosten kommen laut Schubert auf das Straßenbauamt nicht zu. „Die Nachpflanzungen erfolgen im Rahmen der Gewährleistung.“ Noch innerhalb des Jahres 2011 soll die Allee dann wieder komplett sein. Bis Oktober 2015 wird sie außerdem im Rahmen einer so genannten Entwicklungspflege von einer Fachfirma betreut.

Quelle: SVZ

Kompromiss für Alleeausbau gefunden

STERNBERG – „Irgendeinen Kompromiss muss man finden“, meint Torsten Wendland aus Sternberger Burg. Kommende Woche beginnt mit dem Fällen von 49 Alleebäumen die Vorbereitung für den Ausbau der Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden. Doch dafür werden mehr als doppelt so viele Bäume neu gepflanzt. Wer weiß, ob es einen solchen Ausgleich gegeben hätte, wenn in nächster Zeit Bäume gefällt werden müssten, die zur Gefahr wurden, so Wendland. Jetzt komme beides: Eine vernünftige Straße und zum Teil neue Alleebäume.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND e.V.) und das Straßenbauamt Schwerin haben sich auf den geringstmöglichen Eingriff zur Sanierung der Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden geeinigt. Durch einen Kompromiss können 110 Bäume stehen bleiben. Mehr als 100 Bäume werden neu gepflanzt.

„Wir haben lange nach einer Variante gesucht, die den Erhalt von möglichst vielen Altbäumen ermöglicht. Trotzdem kann nicht verhindert werden, dass etwa 50 Bäume gefällt werden müssen von denen viele noch recht gesund sind. Das ist immer noch eine bittere Entscheidung. Doch durch die vorbildliche Herangehensweise an diese Problematik von Seiten des Straßenbauamtes und die frühzeitige Einbindung aller für die

Entscheidung verantwortlichen Behörden und Verbände konnte gemeinsam eine Variante gefunden werden. Dadurch ist der maximale Erhalt von Altbäumen auch in diesem Anschnitt nun möglich“, sagt Katharina Brückmann, Expertin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Mecklenburg-Vorpommern. Die nur etwa fünf Meter breite Landesstraße zwischen Sternberger Burg und Groß Raden befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Der Naturschutzbund erkenne die Notwendigkeit, diese Straße auszubauen, was auch von den Bürgern vor Ort herbeigesehnt wird, heißt es in einer Erklärung des BUND. Die Allee säumen Eschen, Ahorn, Linden und Eichen, die unmittelbar am Straßenrand stehen. Nicht nur die Decke, sondern auch das Straßenbett genügt den Anforderungen nicht mehr. Selbst wenn die zu geringe Breite beibehalten werden würde, müsste ein neues Straßenbett bis in die Wurzelbereiche der Alleebäume gebaut werden.

Die alte Straße soll in Richtung des Radweges verbreitert werden. Dafür müssen die Bäume gefällt werden. Die neue Straße wird dann eine Breite von sechs Metern haben. Auf die Einhaltung der Normbreite für Landesstraßen von 6,50 Meter sei bewusst verzichtet worden, so Katharina Brückmann. Dadurch wird es möglich, durchgehend eine Baumreihe entlang des Radweges in dem geforderten Abstand zum Straßenrand zu pflanzen.

Der Einbau einer Schutzfolie entlang der gesamten neu zu bepflanzenden Strecke auf der Radwegseite soll verhindern, dass die Wurzeln diesen Weg beschädigen. Durch die Veränderung des Kurvenverlaufes gelingt es, einige wertvolle Altbäume auch auf der Seite des Fahrradweges zu erhalten, teilt der BUND mit. Damit die jungen Bäume nicht in die Freileitung hineinwachsen, soll diese verlegt werden.

Um die bestehende Vielfalt der Baumarten in der Allee auch weiterhin zu bewahren, sollen für die Ausgleichspflanzung Bergahorn, Eiche und Linde die bestimmenden Baumarten sein. Weitere Bäume werden an der noch nicht bepflanzten neuen Böschung zwischen Sternberg und Sternberger Burg, dem ersten Bauabschnitt an der Landesstraße, erfolgen. Es wurde zugesagt, dass auch zukünftig neu entstehende Lücken immer wieder neu bepflanzt werden, so dass der geschlossene Alleencharakter

erhalten bleibt, teilen die Naturschützer mit. „Der Ausbau der Straße ist ein ohne Frage gravierender Einschnitt in das Landschaftsbild zwischen Sternberger Burg und Groß Raden. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Aber wir denken, dass wir hier gemeinsam die bestmögliche Variante gefunden haben“, so Brückmann.

Quelle: SVZ

Damerow Kaserne unterm Hammer

Sie ist das größte Objekt der diesjährigen Frühjahrsauktion in Rostock: die Damerow Kaserne. Der in den 70er-Jahren von der NVA errichtete Gebäudekomplex soll Anfang März unter den Hammer kommen.

NEU POSERIN – Sie ist das größte Objekt der diesjährigen Frühjahrsauktion in Rostock: die Damerow Kaserne. Der in den 70er-Jahren von der NVA errichtete Gebäudekomplex soll Anfang März unter den Hammer kommen. Bei der Auktion der Norddeutsche Grundstücksauktionen AG am 5. März sei die Damerow Kaserne das spektakulärste Objekt unter den 56 zu versteigernden Immobilien, so der Veranstalter.

38,5 Hektar großes Waldstück wird versteigert

Die Kaserne auf halber Strecke zwischen Neu Poserin und Karow ist in den 90er-Jahren von der Bundeswehr übernommen worden. Damit gingen viele Erneuerungsarbeiten am Gebäudekomplex einher. Der Standort ist als Nachschub- und Logistikzentrum konzipiert. Die Kaserne selbst verfügt über eine Gebäudenutzfläche von 56800 Quadratmetern. Dies beinhaltet eine große Umschlaghalle mit Rampen und anliegender Gleisanlage, eine große Instandsetzungshalle mit Arbeitsgruben und Portalkran, diverse Lagerhallen und Werkstätten auf dem 47,8 Hektar großen Gelände. Davon abgetrennt bestehen vier Unterkunfts- und ein Lehrklassengebäude, Küchentrakt, Sportplatz und Kleinspielfeld, Versorgungs- und Freizeitgebäude sowie viele versiegelte Freiflächen mit hoher Tragfähigkeit. Diverse Sonderbauwerke wie Fettabscheider, Transformatorenstation, Waschrampe mit Sandfang, Tankanlage, Leichtflüssigkeitsabscheider sowie ein zentrales Heizhaus sind ebenfalls am Standort vorhanden. Seit einer ganzen Weile schon wird ein Käufer für die Immobilie gesucht. Anfang März soll er mittels Auktion gefunden werden. Das Startgebot liegt bei 265000 Euro. Unter den Hammer kommt dann aber nicht nur der Gebäudekomplex, sondern auch ein Stück Natur. Das angrenzende Waldstück steht ebenfalls auf der Auktionsliste. Das Startgebot für das 38,5 Hektar große Areal nahe der Draisine-Strecke soll 195000 Euro betragen. Die Auktion findet am 5. März im Rostocker pentahotel ab 11 Uhr statt.

Quelle: SVZ

Kommunen müssen noch mehr löhnen

GOLDBERG – Der Refrain eines bekannten Schlagers könnte zum Motto fast jeder Kommune im Land werden, denn da heißt es: „Wer soll das bezahlen, Wer hat das bestellt, Wer hat so viel Pinke-pinke, Wer hat so viel Geld?“. In einer Gesprächsrunde des Amtes Goldberg-Mildenitz mit Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien, außer der NPD, drehte sich am Dienstagabend alles genau um dieses Thema.

Einleitend hatte der Amtsvorsteher und Techentins Bürgermeister Hans-Helmut Gertz darauf verwiesen, dass die finanzielle Ausstattung den Gemeinden keinen Spielraum mehr zulasse. „Wenn wir 187 000 Euro an Schlüsselzuweisungen erhalten, aber 209 000 Euro an Kreisumlage zahlen sollen, dann widerspricht das allen Regeln und das soll kein Jammern sein, sondern das sind Tatsachen“, betonte Gertz. Das gesamte Amt Goldberg-Mildenitz hat derzeit einen Fehlbedarf von rund 1,5 Millionen Euro. An Schlüsselzuweisungen bekommt das Amt 1,79 Millionen Euro und an Kreisumlage sind 2,26 Millionen zu zahlen.

Sparen, so sind sich die Bürgermeister einig, könne man nur, wenn man Geld hat, das aber ist nicht der Fall, selbst mögliche Rücklagen sind aufgebraucht. „Wenn es einer Gemeinde wie Dobbertin mit 77 Gewerbetreibenden, die wirtschaftlich stark war, schon schlecht geht, wie geht es dann erst den anderen? Uns steht das Wasser jedenfalls bis zum Hals“, so Tober. Und wenn man aus der Landesregierung als Reaktion auf einen entsprechenden Brief des Amtes hört, dass man „selbst schuld sei und nicht mit Geld umzugehen verstehe“, dann klingt das wie Hohn für die ehrenamtlich tätigen Gemeindevertreter. Hauptforderung des Amtes: Die Strukturen müssen geändert werden, Die Funktionalreform muss her und die Aufgaben anders verteilt werden, um die Verwaltungskosten zu senken. Bei der jetzigen Kreisgebietsreform werden „Monsterkreise geschaffen, die sich noch weiter vom Bürger entfernen“.

Die anwesenden Vertreter der Landtagsfraktionen von FDP, CDU, SPD und Linke kamen nicht ganz ohne den Wahlkampf aus, den die anwesenden Amtsausschussmitglieder aber nicht hören wollten. Viel Schuld wälzten die Landtagsabgeordneten auf die Bundesregierung. Heinz Müller (SPD) wies darauf hin, dass ein großer Teil der Finanzen durch den Bund bestimmt werde. Einig waren sich die Landtagsabgeordneten, dass in naher Zukunft durch die Steigerung der Sozialausgaben weitere Kosten auf die Kommunen zukommen werden. Marc Reinhardt (CDU) forderte daher eine andere Verteilung des Geldes und dass man sich auch von Aufgaben trennen müsse. Die Grundsteuern A und B sollten erhöht und über Ämterfusionen müsse nachgedacht werden, da sich die Einwohner keine eigene Verwaltung leisten könnten. Vieles müsse im Ehrenamt geleistet werden, doch da widersprachen die Amtsausschussvertreter energisch. „Unsere Steuersätze anheben geht nicht mehr, auch die Bürger sind klamm. Außerdem halten wir uns an den Landesdurchschnitt“, meinte Gertz. Und in seiner Gemeinde betreiben Eltern bereits den Kindergarten und wenn man z.B. den Gemeindearbeiter einsparen würde, würde das zu Lasten der Gemeinde gehen. Man könne zwar über Fusionen nachdenken, doch Gemeinden oder Ämter mit Schulden werden nicht durch eine Fusion schuldenfrei. Barbara Borchardt (Linke) bezweifelte einen Spareffekt durch die Kreisgebietsreform und befürchtet, dass die Folgen der Schuldenbremse auf die Kommunen abgewälzt werden.

Weiteres Thema war der Verwaltungsaufwand. „Wir haben fünf Diplomgärtner und zwei Förster, die dürfen aber nicht bestimmen, ob ein Baum gefällt werden muss oder nicht. Da muss extra ein Gutachter vom Kreis kommen, der viel Geld kostet. Was soll das?“, fragte Tober. Durch die Kreisreform wird nichts besser, im Gegenteil. Marco Kinski, leitender Verwaltungsbeamter, kritisierte den mangelnden Sparwillen des Kreises: „Etwa 100 000 Euro kostet die neue Hard- und Software, die im Kreis angeschafft wird. Und was macht die Basis?“ Dort kann man sich nicht mal einen neuen Computer leisten, die Gemeindetechnik ist 30 Jahre und älter und manche Feuerwehrtechnik ist museumsreif. Dabei gehört der Brandschutz zu den Pflichtaufgaben, doch wie bezahlen? „Eine Funktionalreform ist in der nächsten Legislaturperiode dran, aber die Gemeinden müssen sich klar sein, dass vier Punkte von den Ämtern zu beachten sind. Ihre Entscheidungen müssen Rechtssicherheit und fachliche Qualität aufweisen sowie bürgernah und wirtschaftlich sein“, entgegnete Heinz Müller.

Gustav Graf von Westarp aus Goldberg forderte die Landesvertreter auf, konkrete Vorstellungen für die Zukunft vorzulegen, die das Überleben der Kommunen sichert. Außerdem müsse das Land mehr den Bund fordern, wie das andere Bundesländer bereits vormachten. Die Meinung an der Basis muss ernst genommen werden, lautete das Credo und „es geht mittlerweile ums nackte Überleben“, fasste Dobbertins Bürgermeister Horst Tober zusammen.

Quelle: SVZ

Sich für das Berufsleben bilden

PARCHIM//LÜBZ – Das kann sich sehen lassen: Nach drei erfolgreichen Schuljahren haben die Absolventen des Fachgymnasiums an der Berufsschule der Kreisstadt ihre allgemeine Hochschulreife in der Hand. Oder sie haben bereits nach der Klassenstufe 12 den schulischen Teil und nach einem einjährigen kaufmännischen Praktikum den praktischen Teil der Fachhochschulreife erworben. Über diese Wahlmöglichkeiten und über das Berufsbildungsjahr informierte die Berufsschule am Dienstagnachmittag nunmehr im zehnten Jahr. Die Informationsgespräche für den gymnasialen Bereich führten Klassen- und Englisch-Lehrerin Regina Dewald und ihre Kollegin Elke Träger. Dabei wurden die Pädagogen von Anja, Sarah und Beatrice aus der Klasse FGW 91 unterstützt: „Die Schülerseite stellt unser Angebot ganz anders dar als wir“, begründete Regina Dewald dieses Bemühen , möglichst authentisch zu wirken.

Sieben Hauptfächer werden am beruflichen Fachgymnasium unterrichtet: Deutsch, Mathematik, Englisch, Geschichte und politische Bildung, Chemie, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie eine zweite Fremdsprache (Russisch oder Französisch). Weitere Fächer sind: Rechtslehre, Rechnungswesen, Datenverarbeitung, Sport, Religion/Philosophie und Kunst. Die berufsbezogenen Schwerpunktbildung erfolgt an moderner Büro- und Computertechnik, womit die Gymnasiasten befähigt werden, anspruchsvolle Software in den Bereichen Textverarbeitung, Kalkulation, Auftragsbearbeitung, Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Finanzbuchhaltung anzuwenden. Für das neue Schuljahr hat das Kultusministerium 33 Schülerplätze genehmigt.

Insgesamt etwa 100 Heranwachsende und junge Erwachsene haben sich derzeit für das Parchimer Fachgymnasium mit seinem Schwerpunkt Wirtschaft entschieden. So hoffnungsfroh das auf den ersten Augenschein auch stimmen mag, ist die Realität doch eher eine traurige: „Unsere Schülerzahlen sinken“, klagte Schulleiter Joachim Wendt.

Die Spitzenzeiten, wo sich zusammen mit den Berufsschülern der Ausbildungsbetriebe in den Zweigen Fachgymnasium, Berufsvorbereitungsjahr und Hauswirtschaft insgesamt mehr als 1 400 Schüler in dem Bau in der Eldestraße tummelten, sind längst Vergangenheit: „Wir haben derzeit nur noch rund 750 Schüler“, verdeutlichte Wendt den Niedergang. „Hinzukommt, dass die Hauswirtschaft mit derzeit 40 Schülern ausläuft.“ Die Landesregierung messe der beruflichen Bildung offenbar einen geringen Stellenwert bei, klagte der Schulleiter: „Wir könnten bei besserer personeller Ausstattung viel mehr bewirken.“ Stattdessen sei das Kollegium von einst 60 auf 35 Lehrkräfte geschrumpft. Zum Schüler- und Lehrerschwund habe auch die sogenannte Berufsfeldbereinigung beigetragen. Dabei sei zum Beispiel die komplette Metallsparte von Parchim an die Berufsschule nach Ludwigslust umgesiedelt worden. Nach dem Vollzug der Gebietsreform werde es im künftigen Landkreis Südwestmecklenburg ohnehin nur einen einzigen Hauptstandort für die Berufschule mit einer Außenstelle geben.

Für das Berufsbildungsjahr standen die Deutschlehrerin und Sonderpädagogin Gabriele Brümmer und ihr Kollege Uwe Müller Rede und Antwort. Dieses Angebot führt mindestens zur Berufsreife, wenn nicht sogar mit Leistungsfeststellung. Melanie (15) entschied sich nach der neunten Klasse der Förderschule für das Berufsbildungsjahr, „weil ich mich dann mit einem richtigen Zeugnis um eine Ausbildung bewerben kann“. Ihre Aussichten sind recht gut, hat ihr das Halbjahreszeugnis doch durchaus passable Noten bescheinigt. Ende Mai legt sie in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sozialkunde eine theoretische Prüfung ab. Danach absolviert sie wie auch ihre 33 Mitschüler ein sechswöchiges Praktikum, dem eine praktische Prüfung und – bei entsprechenden Noten – das Zeugnis der Berufsreife folgt.

Geschult wird die Allgemeinbildung in Fächern wie Deutsch, Mathematik, Sozialkunde, Philosophie und Sport. In der Theorie werden in den Bereichen Raumgestaltung, Hauswirtschaft und Metallbearbeitung Themen wie Arbeitswelt, Arbeitsgestaltung und Fertigungstechnologie unterrichtet.

Bewerbungen sowohl für das Fachgymnasium als auch für das Berufsbildungsjahr werden bis zum 28. Februar angenommen. Außer einem Bewerbungsschreiben sollen darin ein Foto, tabellarischer Lebenslauf und die Kopie des letzten Zeugnisses enthalten sein. Der Notendurchschnitt für das Fachgymnasium, so Schulleiter Wendt, sollte mindestens bei 2,5 liegen.

Wie steht es am Treppenaufgang der Haupttür der Berufsschule in Stein gemeißelt zu lesen: „Wissenschaft ist gut, Praxis ist besser, Praxis und Wissenschaft sind am besten.“

Quelle: SVZ

Mehr als 7000 Autos pro Tag gezählt

GOLDBERG – In ihrem Verlauf führt die Bundesstraße 192 von Sternberg in Richtung Neubrandenburg mitten durch die Mildenitzstadt Goldberg. „Am Tage reiht sich Auto an Auto in der relativ engen Straße und etliche Kraftfahrer halten dabei die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h nicht ein, vor allen in den Abendstunden“, beobachten viele Goldberger.

Bürgermeister Peer Grützmacher und die Stadt kennen die Probleme seit langem. Außerdem gibt es ein Nadelöhr in Höhe des ehemaligen Kinos. „Dort ist die Fahrbahn so eng, dass hier die Fußgänger und auch die Radfahrer gefährdet sind“, meint das Stadtoberhaupt und verweist zusätzlich auf die Verschlechterung der historischen Bausubstanz durch die Erschütterungen der schweren Laster. Im vergangenen Jahr wurde deshalb an die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises ein Antrag gestellt, den Bereich der Langen Straße von der Gaststätte Köhlers Kurve bis etwa zum Bahnhof auf 30 km/ zu begrenzen. Im Zuge dieses Antrags wurde von der Kreisbehörde eine Verkehrszählung veranlasst, die konkreten Aufschluss über den Verkehrsfluss geben soll. Das Ergebnis ist für die Goldberger erstaunlich. Fahren doch innerhalb von sieben Tagen rund 47 300 Fahrzeuge durch die Lange Straße. Das sind fast 7000 Autos, darunter 500 Lkw und Sattelzüge an jedem Tag. Dazu muss gesagt werden, dass der größte Teil der Verkehrsbewegungen am Tage stattfindet. Nach 18 Uhr und am Wochenende lässt der Verkehr spürbar nach und einige Raser haben freie Fahrt.

Mit dieser Verkehrszählung wurde zugleich eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt. Das Ergebnis: 85 Prozent aller Fahrzeuge fahren im Schnitt 53 km/h. Die übrigen gemessenen 15 Prozent sind zu schnell unterwegs – immerhin rund 7100 Kraftfahrer. Und das nach den offiziellen Geschäftszeiten. So wurde ein Auto um 18 Uhr mit einem Tempo mitten in der Stadt von 105 km/h gemessen. Gegen 20 Uhr fuhr einer 104 km/h und gegen 19 Uhr wurde der schlimmste Raser festgestellt: 126 km/h, wo nur 50 erlaubt sind und das mitten in der Stadt! Glück hatten all diese Autofahrer, dass es diesmal nur eine Messung und keine Radarmesskontrolle mit Beweisfoto war. Sonst wären ein saftiges Bußgeld und ein mehrmonatiges Fahrverbot fällig.

Dabei sind sich die Stadtvertreter mit dem Bürgermeister einig, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung nur dann sinnvoll ist, wenn diese auch kontrolliert wird. „Nach Absprache in der Kreisverwaltung wurde festgestellt, dass Geschwindigkeitsüberwachungen in der Ortslage Goldberg mit der zur Verfügung stehenden Technik auf Grund der örtlichen Begebenheiten nicht möglich ist“, heißt es dagegen in einem Antwortschreiben der Kreisbehörde. Auf eine entsprechende Nachfrage unserer Zeitung in der Polizeiinspektion Parchim hieß es dagegen, dass man künftig den Bereich öfter kontrollieren werde, vor allem auch in der verkehrsärmeren Zeit ab 18 Uhr. Denn dann haben Raser meist freie Bahn…

In dem zuständigen Ausschuss der Stadtvertretung soll dieses Thema noch einmal zur Sprache kommen. Denkbar wäre ein Widerspruch zu dem Bescheid der Ablehnung durch die Kreisbehörde und die Diskussion über das Aufstellen einer ortsfesten Überwachungsanlage, im Volksmund als Starkasten bezeichnet. Über die Aufstellung derartiger stationären Geschwindigkeitsmessanlagen entscheiden die Kommunen bzw. die Landkreise, hieß es aus dem Innenministerium.

Quelle: SVZ

„Omnibus“ im Kutschenmuseum

KOBROW – Mehr als 100 Kutschen aus verschiedensten Ländern und Epochen, blitzblank poliert und aufgereiht, warten im Kobrower Museumsdorf auf Besucher. Auch Schlitten sowie von Pferden gezogene Militärfahrzeuge vorwiegend aus der Zeit beider Weltkriege gehören zu der illustren Sammlung. Für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich, sei ihm keine zweite derartige in dieser Größenordnung bekannt, erklärt Norbert Schönborn. Der Museumsbetreuer hat den Fundus in privatem Auftrag maßgeblich zusammengebracht. 2010 ist die Zahl der Besucher auf 6424 angestiegen. „Das ist für ein Museum hier im Dorf schon eine ganze Menge“, freut sich Schönborn. Im Anfangsjahr 2006 waren es rund 3600.

Vom Aufbau her war die

Postkutsche ein Omnibus

In der ganzen Sammlung fehlte bislang aber eine Postkutsche. Norbert Schönborn machte sich wie in den Jahren zuvor auf, um erst einmal historische Vorlagen aufzutreiben. Denn für ihn stand fest: Es sollte ein Gefährt sein, mit dem die Post einst in Mecklenburg Personen, Briefe und Pakete transportierte. „Die Postkutschen waren hier kleiner und nicht so schwer, sie hatten weniger Plätze und nur eine Fahrgastzelle. Vom Aufbau her war das ein

Omnibus. Dieser Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ,für

alle’. Bei nur einem Fahrgastraum gab es keine Einteilung in Klassen, die Preise sollen erschwinglich gewesen sein im Unterschied zu den Nobelkarossen anderswo, die unterteilt waren. Für größeren Komfort musste natürlich mehr bezahlt werden“, erklärt Norbert Schönborn, der sich zu dem Thema umfangreich belesen hat.

Höhere Hügel im flachen Land wurden umfahren

Hauptgrund für die kleinere Mecklenburger Postkutsche war der geringere Bedarf hier im dünn besiedelten Land. Mehr Einnahmen als die Beförderung von Briefen und Paketen habe der Personenverkehr gebracht. Der leichtere Aufbau gestattete es, zweispännig zu fahren. Denn gerechnet worden sei schon damals: Vier Pferde wären um

einiges teurer geworden. Und in der ebenen Landschaft hätten zwei locker ausgereicht. Wo die Hügel etwas höher reichten, wurden sie umfahren, erzählt der tüchtige Museumsbetreuer.

Bei der Suche nach historischen Vorlagen, die in verschiedenste Archive und museale Einrichtungen führte, wurde Schönborn schließlich im Parchimer Stadt museum und im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß fündig. Fotos zeigen die Verabschiedung der Postkutschen zu ihrer letzten Fahrt, einmal 1899 von Parchim aus nach Crivitz sowie 1907 in Grevesmühlen. Das seien eher Zufallstreffer gewesen, doch für den Kobrower waren es Glücksfälle, für die er beiden Museen dankbar ist. „Denn wir wollten keine beliebige Postkutsche für unser Museum haben, sondern eine, die speziell in Mecklenburg unterwegs war“, unterstreicht der 67-Jährige. Nach den beiden Originalfotos entstand dann die Replik des Gefährts mit der beidseitigen Aufschrift „Kaiserliche Post“. Damit besteht die Sammlung des Kobrower Kutschenmuseums aus 139 Fahrzeugen.

Norbert Schönborn ist mit einem

Enthusiasmus wie im ersten Jahr bei der Sache, ob beim Beschaffen weiterer Ausstellungsstücke oder den spannenden Führungen, bei denen ihm der Stoff nie ausgeht. Letztere können bei entsprechendem Interesse der Besucher zu einem Nachmittag füllenden Programm ausufern. Obwohl im Rentenalter, sei er gebeten worden weiterzumachen, sagt Norbert Schönborn – und freut sich darüber. Denn gern gibt er seine Begeisterung an die Besucher weiter.

Das Kutschenmuseum in Kobrow hat bis Ende Februar montags bis freitags 10 bis 17 Uhr geöffnet, nach vorheriger Vereinbarung einer Führung auch am Wochenende.

Quelle: SVZ

Geld fürs Ehrenamt ist kein Hinzuverdienst

Wer vor dem 65. Lebensjahr in Rente geht, darf monatlich nebenbei nur maximal 400 Euro verdienen. Der Bundesrat hat jedoch entschieden, das die Aufwandsentschädigung aus Ehrenämtern nun nicht mehr als Hinzuverdienst zählen soll.

Zur Begründung führt der Bundesrat aus, dass die Deutsche Rentenversicherung Bund aufgrund einer neuen Rechtsauffassung beabsichtigt, Aufwandsentschädigungen aus Ehrenämtern in Höhe des steuer- und sozialversicherungspflichtigen Anteils ausnahmslos als Hinzuverdienst bei den genannten Renten zu berücksichtigen. Dies führe zur Minderung oder sogar zum Verlust dieser Renten und damit zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung des Ehrenamtes. Die von der Bundesregierung in diesem Zusammenhang beabsichtigte Übergangsregelung, die für einen Zeitraum von fünf Jahren gelten solle, stelle langfristig keine befriedigende Lösung dar. Zum Schutz des Ehrenamtes sei die angekündigte befristete Regelung durch eine dauerhafte zu ersetzen. Ansonsten würde das Ehrenamt schweren Schaden nehmen.

Quelle: Pressemitteilung

Goldbergs Posaunenchor stimmt auf das Fest der Nächstenliebe ein

GOLDBERG – Schon viele Jahre ist das Turmblasen in der Adventszeit in Goldberg Tradition. Oft waren die Bläser vom Goldberger Posaunenchor dazu ganz oben im Turm. In diesem Jahr aber zogen sie den warmen Kirchenvorraum vor. Viele Goldberger waren gekommen, um den Weihnachtsliedern der Posaunisten zu lauschen. Währenddessen luden Buden vor dem Parrhaus zum Stöbrn ein. Ob Adventsgestecke oder Strickwaren – hier bot sich die Gelegenheit, letzte Besorgungen für das Weihnachtsfest zu machen. Während in den Feuerschalen die wärmenden Flammen loderten, nutzten viele Goldberger das Beisammensein zum Klönen mit Verwandten und Bekannten.

Quelle: SVZ